Geschichte der „Königsberger Bernsteinsammlung“

Die ehemals knapp 100 000 Stücke umfassende berühmte Königsberger Bernsteinsammlung ist aus verschiedenen Teilen zusammengewachsen und geht in ihren Anfängen auf das späte 18. Jahrhundert zurück. Der Hauptteil der Sammlung geht auf die 1899 erworbenen Bestände der Firma Stantien & Becker zurück. Dazu kamen im Jahre 1906 die Bestände der 1790 gegründeten Physikalisch-ökonomischen Gesellschaft, dem späteren Ostpreußischen Provinzialmuseum sowie verschiedene Privatsammlungen. Die bedeutendste stammt ohne Zweifel vom Geologen Richard Klebs (1850-1911), welche 1926
für die Albertus-Universität Königsberg angekauft worden ist.

Im November 1944 wurden die wertvollsten Stücke der Sammlung vom damaligen Direktor der Bernsteinsammlung, Professor Dr. Karl Andrée (1880-1954), in Kisten verpackt und mit einem Kurier an die Partneruniversität der Albertina, die Georg-August-Universität Göttingen gebracht. Zusammen mit anderen Kunstschätzen, Büchern und Sammlungsmaterial der Universität, wurden diese im Kalischacht Volpriehausen eingelagert. Glücklicherweise konnten die entsprechenden Bernsteinkisten 1946, nach Explosion der Schachtanlagen im September 1945, gerettet werden. Bis zur Rückgabe 1958 befand sich die Sammlung mehr als ein Jahrzehnt lang in mehreren Kunstgut-Lagern der Britischen Besatzungsmacht.

Seit 1958 verwahrt und betreut das ehemalige Geologisch-Paläontologische Institut und Museum der Universität Göttingen, das heutige Museum des Geowissenschaftlichen Zentrums, die geretteten Teile der Königsberger Bernsteinsammlung treuhänderisch für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts waren kleinere Teile der Sammlung immer wieder in kurzen Sonderausstellungen, wie z. B. in Duisburg (1977), Göttingen (1983, 2003), Bochum (1996), Lüneburg (1997) und Ribnitz-Damgarten (2006) zu sehen.

In den nächsten Jahren ist der Aufbau einer ständigen Dauerausstellung der ehemaligen Königsberger Bernsteinsammlung in Göttingen geplant.

Zurück zur ÜbersichtZurück zur Übersicht
für mehr Information bitte auf die Einzelbilder klicken!
example6