Geologische Objekte

"Geschiebe & Findlinge" (glacial erratics)

Fundort: Braunkohletagebau bei Helmstedt, Niedersachsen, Deutschland, (brown-coal open-cast mining near Helmstedt, Lower Saxony, Germany)

Braunkohletagebau bei Leipzig, Sachsen, Deutschland, (brown-coal open-cast mining near Leipzig, Saxony, Germany)

Alter: Pleistozän, Quartär, zwischen 2,4 Millionen und 10.000 Jahren alt, (Pleistocene, Quaternary, between 2.4 million and 10,000 years old)


Diese Geschiebe sind Gesteine, die im Laufe der letzten Eiszeit, infolge mehrerer Gletscher­vorstöße aus dem nordeuropäischen Raum (Skandinavien & Baltikum), mit nach Deutschland transportiert wurden. Ihre Größe so wie ihre Zusammensetzung variiert stark. Oftmals bestehen sie eher aus härterem Gestein (Metamorphiten oder Plutoniten), die im Zuge des Transports starken mechanischen Belastungen ausgesetzt waren und dadurch stark abgerundet bzw. abge­schliffen worden sind.

Spenden der Firmen Braunschweigische Kohlenbergwerke AG in Helmstedt & Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG), Zeitz

"Tertiäre Quarzite" (tertiary quartzites)

Fundort: Braunkohlentagebau Helmstedt, Niedersachsen, Deutschland, (brown-coal open-cast mining Helmstedt, Lower Saxony, Germany)

Alter: Ypresium, Unter-Eozän, ca. 50 Millionen Jahre, (Ypresian, Lower Eocene, about 50 million years old)

Klastische Sedimente / Tertiärquarzit, (clastic sediments / tertiary quartzite)


Diese knollenartig erscheinenden Gesteine treten in Begleitschichten von Braunkohleflözen in Helmstedt auf. Vor etwa 50 Millionen Jahren herrschte in Niedersachsen ein feucht-tropisches Klima. Wässer, die durch Braunkohleflöze hindurch in die unterlagernden Sandschichten sickerten, lösten unter diesen Klimabedingungen die Kieselsäure aus dem Quarz und fällten das entstandene Gel als feinkristallinen Quarz in tiefer liegenden Schichten wieder aus. Dadurch wurden die vorhandenen Porenräume zwischen den Sandkörnern ausgefüllt und das Gestein verfestigt. So bildeten sich Quarzite, die eine hohe Dichte und Härte aufweisen und damit sehr verwitterungsbeständig sind.

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"Soester Grünsandstein und Basiskonglomerat" (Soest green sandstone and base conglomerate)

Fundort: (81) Steinbruch der Firma Naturwerkstein Rinsche GmbH, Anröchte-Klieve, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, (82) Steinbruch Hüding des Rüthener Grünsandsteinwerks Kirsch & Volmer GmbH, Warstein, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

((81) quarry of the Naturwerkstein Rinsche GmbH, Anröchte-Klieve , North Rhine-Westphalia, Germany), ((82) Hüding quarry of the Rüthener Grünsandsteinwerk Kirsch & Volmer GmbH, Warstein, North Rhine-Westphalia, Germany)

Alter: Cenoman, untere Ober-Kreide, ca. 96 Millionen Jahre alt, (Cenomanian, lowermost Upper Cretaceous, about 96 million years old)


Im Verlauf der Oberkreide-Zeit gab es einen weltweiten Meeresspiegelanstieg. Überflutungen der Küsten führten dadurch zu ausgedehnten Flachmeerbereichen wie z.B. im Münsterland. Typische, durch das Mineral Glaukonit grün gefärbte, festländische Quarzsande wurden in diese Bereiche eingetragen und abgelagert. Größere Fragmente des damaligen Festlandes wurden bereits zuvor von Flüssen in diese Bereiche transportiert, dabei zu Geröllen abgerundet und während des Meeresspiegelanstiegs dann dort eingebettet, wodurch das sogenannte Basiskonglomerat entstand.

Spende der Firma Naturwerkstein Rinsche GmbH, Anröchte-Klieve & Firma Rüthener Grünsandsteinwerk Kirsch & Volmer GmbH, Warstein
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"Artus-Runde (Künstlerische Installation), (King Arthur's Round Table (installation art)"

Diese „Tafelrunde“ ist aus polierten Platten von Gesteinen der tieferen Erdkruste aufgebaut. Ein Teil dieser Platten ist innerhalb der Erdkruste aus glutflüssigem Magma erstarrt (Magmatite/Plutonite). Da dieses im Erdinneren sehr langsam abkühlt, können sich relativ große Kristalle bilden. Im Gegensatz dazu sind die Sitzgelegenheiten aus an der Erdoberfläche austretendem Magma entstanden (Magmatite/Vulkanite). Dort kühlte das flüssige Gestein sehr schnell ab, es bildeten sich winzige Kristalle, die wie eine strukturlose Grundmasse erscheinen und in die nur ganz vereinzelt einige größere Kristalle eingelagert oder Hohlräume vorhanden sind. Der zweite Teil dieser Installation wird von Gesteinen repräsentiert, die, nachdem sie bereits verfestigt waren, durch gebirgsbildende oder tektonische Prozesse in die Tiefe versenkt und dort sehr hohen Druck- und Temperaturbedingungen ausgesetzt wurden, wodurch sich ihre Struktur und der Mineralgehalt veränderte, ohne dass es dabei zur Aufschmelzung des Gesteins gekommen ist (Metamorphite).

" Teilverkieselte Mammutbaum-Stubben", (partly silicified mammoth tree stumps)

Fundort: Braunkohletagebau Espenhain bei Leipzig, Sachsen, Deutschland, brown-coal open-cast mining Espenhain near Leipzig, Saxony, Germany)

Alter: Grenzbereich Rupelium/Chattium, Mittel-Oligozän, Paläogen, ca. 28 Millionen Jahre alt, (border zone Rupelian/Chattian, Middle-Oligocene, Paleogene, about 28 million years old)

Pflanzen / versteinertes Holz, (plants / petrified wood)


Vor etwa 28 Millionen Jahren herrschte in Mitteleuropa ein subtropisches Klima. In dieser Zeit gab es auch in Deutschland ausgedehnte Sumpfbereiche in deren unmittelbarer Nähe auch Mammutbäume, mit Größen von bis zu 40 Metern, wuchsen. Die hier ausgestellten Stümpfe dieser Bäume (Sequoioxylon gypsaceum) wurden unter Wasserbedeckung verkieselt. Dabei wurde die ursprüngliche Holzsubstanz nahezu komplett durch Kieselsäure (SiO2) ersetzt, so dass selbst Wachstumsringe größtenteils noch erkennbar sind.

Spende der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG), Zeitz

"Vulkanische Bomben , (volcanic bombs)

Fundort: Steinbruch der Firma Meurin, Andernach, Rheinland-Pfalz, Deutschland, (quarry of the Meurin company, Andernach, Rhineland-Palatinate, Germany)

Alter: Ober-Pleistozän, Quartär, ca. 12.941 Jahre alt, (Upper Pleistocene, Quaternary, about 12,941 years old)

Eruptivgesteine / vulkanische Bomben


Diese während eines explosiven Vulkanausbruchs „ausgespiehenen“ Bomben repräsentieren das jüngste vulkanische Großereignis Deutschlands – den Ausbruch des Laacher-See-Vulkanes der Eifel, vor 12.941 Jahren (10.930 v. Chr.). Sie entstehen aus sehr dünnflüssigem basaltischem Magma, das fetzenförmig aus dem Vulkanschlot geschleudert und dabei abgerundet wurde. Charakteristisch sind neben der rundlichen Form die vielen deutlich erkennbaren Hohlräume. Diese entstanden durch das Aufplatzen von Gasblasen während das Magma bereits durch die schnelle Abkühlung an der Luft weitestgehend verfestigt war. Die rostbraune Farbe zeigt den bereits oxidierten Eisengehalt der Bomben an.

Spende der Firma Trasswerke Meurin Betriebs GmbH Betrieb Kruft, Andernach
basaltsaeulen

" Vulkanische Basaltsäulen"

Fundort: Basaltsteinbruch Mendig, Mendig, Eifel, Rheinland-Pfalz, Deutschland, (Mendig basalt quarry, Mendig, Eifel, Rhineland-Palatinate, Germany)

Alter: Ober-Pleistozän, Quartär, ca. 13.000 Jahre alt, (Upper Pleistocene, Quaternary, about 13,000 years old)

Eruptivgesteine / Basalt, (eruptive (igneous, volcanic) rocks /basalt)


Basalt ist ein vulkanisches Ergussgestein. Gelangt heißes, basaltisches Magma an die Erdoberfläche kühlt es sehr schnell ab. Es entsteht ein Gestein mit einer relativ dunklen Grundmasse, in die nur vereinzelt einige größere Kristalle (oftmals des grünlichen Minerals Olivin) eingelagert sind. Die hier ausgestellten typischen fünf- bis sechseckigen Säulenformen bilden sich aus einer größeren Menge basaltischer Schmelze, die während der Abkühlungsphase zusammenschrumpft und dabei Klüfte/Säulen bildet.

Spende der Firma Mendiger Basalt (Schmitz Naturstein GmbH & Co.)
brunnentor

"Brunnentor" (door of the fountain)

Dieses Brunnentor, gestaltet als Symbol des Werden und Vergehens episodischer Ereignisse auf der Erde, repräsentiert auf seinen „Grundfesten“ anschaulich einige der wichtigsten Punkte in der erdgeschichtlichen Vergangenheit sowie Darstellungen verschiedener geowissenschaftlicher Vorgänge. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf den plattentektonischen Veränderungen im Laufe der gesamten Erdgeschichte bis hin zu einem Ausblick auf die Lage unserer Kontinente in ferner Zukunft.

"Riffkalkstein" (reef limestone)

Fundort: Steinbruch Winterberg, Bad Grund, Niedersachsen, Deutschland, (Winterberg quarry, Bad Grund, Lower Saxony, Germany)

Alter: Eifelium, Mittel-Devon, ca. 390 Millionen Jahre alt, (Eifelian, Middle Devonian, about 390 million years old)

Karbonate / Iberger Riff, (carbonates / Iberg Reef)


Riffe bieten zahlreichen Organismen einen Lebensraum. Typischerweise sind sie heutzutage von Steinkorallen und Schwämmen aufgebaut. In der erdgeschichtlichen Vergangenheit treten aber durchaus auch Muscheln und Algen als Riffbildner auf. Für gewöhnlich bilden sich Riffe in warmen, lichtdurchfluteten Flachmeerbereichen. Dieser Kalkstein aus einer fossilen Riffplattform im Harz der Devon-Zeit, vor ca. 390 Millionen Jahren, beinhaltet vor allem bereits ausgestorbene Korallen- und Schwammgruppen als Riffbildner sowie weitere ehemalige Riffbewohner, wie z.B. Seelilien.

Spende der Firma Fels-Werke GmbH, Seesen
faehrtenplatte

" Trittsiegel von Dinosauriern" (dinosaur tracks)

Fundort: Wölpinghausen, Niedersachsen, Deutschland, (Wölpinghausen, Lower Saxony, Germany)

Alter: Berriasium, Unter-Kreide, ca. 144 Millionen Jahre alt, (Berriasian, Lower Cretaceous, about 144 million years old)

Sedimentgesteine / Wirbeltier-Fährten / Dinosaurier, (sedimentary rocks / vertebrate tracks / dinosaurs)


Diese Dinosaurier-Fährten sind Ausfüllungen ehemaliger Fußabdrücke, die an der Unterseite einer Sandstein-Bank erhalten geblieben sind. Von den 13 erkennbaren Trittsiegeln stammen sechs Abdrücke von einem zweibeinigen Raubdinosaurier (Theropode) und sieben wurden von größeren, vierbeinigen Pflanzenfressern (Ornithopoden) erzeugt. Dabei sind die nierenförmigen Vorderfuß-Abdrücke nur selten erhalten, da sie meist sehr viel schwächer eingedrückt sind.